Sommerfest der Schlingelfreunde in Friedrichroda

7. Juli 2017

Brunnen, Bäche und Schlagsahne

von Helmut Deubner

Am Nachmittag des 7. Juli 2017 trafen sich rund 25 Mitglieder des Freundeskreises Leinakanal e.V. zum traditionellen Sommerfest im „Waldschlösschen“ am Ortsausgang von Friedrichroda in Richtung Heuberg/Schmalkalden.

Das Wetter war so gut, dass wir auf der schattigen Veranda sitzen konnten. Der Schlingelfreund Helmut Deubner und seine Frau Karla hatten den Nachmittag dankenswerter Weise vorbereitet.

Hier der Bericht von Helmut:

Bei herrlichem Wetter auf der Terrasse

Unser Vorsitzender Jürgen Becker erläuterte kurz den Stand zur Vorbereitung der 650-Jahrfeier der Leinakanalgründung im Jahre 2019 und über seine Bemühungen, die Stadt Gotha als Träger der Veranstaltung zu gewinnen. „Der Leinakanal darf nicht nur zum Gothardusfest, sondern muss von Stadt und Landkreis ständig als Touristenmagnet präsent sein. Das Schlingelsymbol im Landkreiswappen darf nicht zu einer Alibifunktion verkommen“, sagte Jürgen.

Ich stellte eine Rezension des Buches „Rudolf Straubel 1864-1943“ von Reinhard E. Schielicke aus Jena vor. Hier waren insbesondere die Verbindungen zum Geburtsort Kleinschmalkalden und die Kindheit von Rudolf Straubel in Schönau vor dem Walde am Leinakanal und seine Schulausbildung im Gymnasium Ernestinum Gothae für die Leinakanalfreunde interessant.

Nachdem wir uns mit Kaffee und schmackhaften Kuchen aus der cafèeigenen Konditorei gestärkt hatten, führte ich eine kleine Gruppe zur Augustaquelle und zum Andreasbrunnen am Fuße der Schauenburg an der Landstraße zum Heuberg. Beide Quellen zeigten mit ca. 2 bis 2,4 Liter* pro Minute eine für die Jahreszeit viel zu geringe Schüttung an. Die Schüttung lag zu Ostern nach der Schneeschmelze auch gerade mal um die 3 Liter/Minute, was zu denken geben sollte. Auch im Kesselgraben, im Spießbergbach und im Schilfwasser floss nur noch ein Rinnsal. Ein Grund mit dafür, dass die karstbedingte Schilfwasserversinkung von Ernstroda in diesem Jahr besonders stark ausgeprägt ist.

Weiter sollte es über die Dodelspromenade in den Kühlen Grund gehen. Ortskenner rieten wegen der Unwegsamkeit des anscheinend „naturbelassenen“ Weges davon ab. Auch von einem Aufstieg auf die Schauenburg wurde wegen schlechter Wegstrecke abgeraten. Damit blieb den Wanderern leider ein Blick auf die Schauenburg, die Wiege der Ludowinger Grafen, versagt. Thüringen und Friedrichroda, meinte ein Auswärtiger, haben mit der Schauenburg, dem Vorläufer der Wartburg und Schloss Reinhardsbrunn, einen Pfand in der Hand, mit dem es sich lohnen würde zu wuchern. Leider könnte das Motto lauten: „Besuchen Sie Schloss Reinhardsbrunn, so lange es noch steht!“

 

Die Wanderfreunde zog es daraufhin entlang der Pfadfinderstation in den Kühlen Grund bis zum Wasserfall. Dort fand man endlich eine Bank, auf der sich einige der Älteren abwechselnd ausruhen und einen kräftigen Schluck Sanddornlikör nehmen konnten. Ein klein wenig enttäuscht von den ungepflegten Wanderwegen am Ortsrand von Friedrichroda und von den fehlender Bänke, aber begeistert von den Quellen und dem Wasserfall, kam die Gruppe wieder in das „Waldschlösschen“ zurück. Ein starker Regen brachte neben dem von der freundlichen Wirtin gereichten kühlen Radler etwas Abkühlung und alle machten sich danach gestärkt auf den Heimweg.

*2 L/Min = 120 L/Std = 2 880 L/Tag = 2,88 m³/Tag = 1 051 m³/Anno