Jahresversammlung 2016

von Matthias Wenzel
12. Dezember 2016

Sachkunde und auch Gefühl für den uralten Schlingel

Der Freundeskreis Leinakanal wählt neuen Vorstand und bereitet Jubiläum vor

Für den Freundeskreis Leinakanal war 2016 ein besonderes Jahr, denn im Juni konnte der Verein sein zehnjähriges Bestehen feiern. Er war aus einer Arbeitsgruppe des inzwischen aufgelösten Urania Kultur- und Bildungsvereins Gotha hervorgegangen und sieht sich als Lobby für den uralten Schlingel, wie sie das künstliche Fließgewässer liebevoll bezeichnen. Nach Wolfgang Möller hatte seit 2010 Horst-Dieter Ritz den Vorsitz inne gehabt.

Am 9. Dezember 2016 trafen sich 28 Vereinsmitglieder in den Räumen der Volkssolidarität in der Jüdenstraße zur Jahreshauptversammlung. Als Versammlungsleiterin fungierte Dr. Helga Raschke. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Wahl eines neuen Vorstandes. Horst-Dieter Ritz hatte angekündigt, dass er aus gesundleitlichen Gründen nicht wieder als Vorsitzender antreten würde.

Horst-Dieter Ritz, Vorsitzender FKL von 2010-2016

In seinem Bericht erinnerte er daran, dass es 1990 keine Wasservögte und keine Leinafege mehr gegeben hätte. Dass es mittlerweile den Gewässerunterhaltungsverband Flößgraben/Leina gibt, könne nicht nur als qualitative Verbesserung, sondern als Hauptergebnis der Vereinsarbeit gesehen werden. Deren Schwerpunkt stellen inzwischen die Wasserkunst und die Ausstellung im Keller des Cranach-Hauses dar. Letztere konnte unlängst neu gestaltet werden.

Horst-Dieter Ritz erinnerte an die vom Verein organisierten Kolloquium zum 600. Todestag von Landgraf Balthasar (2006) und zum 120-jährigen Jubiläum der Wasserkunst (2015). Als inhaltliche Ziele für die Zukunft formulierte er die Vorbereitung des 2019 anstehenden Jubiläums 650 Jahre Leinakanal und die Bundesgartenschau 2021 in Erfurt, an der Gotha als Außenstandort unter anderem mit der Wasserkunst beteiligt sein wird.

In diesem Zusammenhang benannte er jedoch die zunehmende Überalterung als Hauptproblem. Da es bislang nicht gelungen sei, jüngeren Vereinsnachwuchs zu gewinnen, müsse man die Inhalte auf den Altersdurchschnitt ausrichten. Als realistische Ziele nannte er abschließend Arbeitseinsätze, die gemeinsam mit Schulen organisiert werden könnten, geführte Leinakanalwanderungen sowie Führungen durch die Ausstellung im Cranachkeller.

In der sich anschließenden Diskussion wurde die Gründung einer Arbeitsgruppe "650 Jahre Leinakanal" vorgeschlagen. Dabei gelte es jedoch, das Jubiläum von Anfang an mit Partnern wie dem Landkreis, der Stadt Gotha und der KulTourStadt Gotha GmbH gemeinsam zu organisieren. Vorgeschlagen wurde auch, die Naturschutzjugend des Nabu-Kreisverbandes in die Vereinsarbeit einzubinden. Wolfgang Möller berichtete, dass nach dem dicken Leinakanalbuch , das sich nach wie vor gut verkaufe, nun ein Buch über die Brunnen von Gotha fast druckfertig vorliege.

Schließlich ging es um die Wahl eines neuen Vereinsvorstandes. Dieser besteht für die nächsten zwei Jahre aus Jürgen Becker (Vorsitzender), Uwe Heustock (Stellvertreter) und Siegfried Stech, der auch weiterhin als Schatzmeister fungiert. Um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert sich Wolfgang Möller als beratendes Mitglied.

In seinem Schlusswort betonte der neue Vereinsvorsitzende, dass er trotz der geschilderten Probleme etwas bewegen will. Das Mögliche machbar machen, so sein Credo. Jeder möge sich dabei im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringen. Abschließend lud er alle Vereinsmitglieder zur Jahreseröffnungsveranstaltung am 6. Januar 2017 ein.

v.l.n.r. Wolfgang Möller, Uwe Heustock, Jürgen Becker, Siegfried Stech