Karte des Leinakanal-Systems von G. Rennau aus dem Jahre 2006

Im September 2006 ist endlich die 2. Auflage der Karte erschienen. Sie wurde zu 1.000 Exemplaren im Gothaer 'druckmedienzentrum' vervielfältigt und kostet im Einzelhandel 1,50 €. Von der 1. Auflage 2002 unterscheidet sie sich in folgenden Punkten:

  1. Das Format ist von ca. 15x30 auf 15x36 cm vergrößert worden. Es sind nun nicht mehr 3, sondern 4 Postkarten große Felder im Querformat, die aneinander hängen.
  2. Dadurch konnte auch die Karte bis zum Ende des Leinakanals ausgedehnt werden. Der künstliche Wasserlauf beginnt mit der Abzweigung von der natürlichen Leina und endet logischerweise mit der Einmündung in das natürliche Wiegwasser knapp nördlich der Gartenstraße in Gotha.
  3. Ebenso konnte die Anzahl der Nebendarstellungen vermehrt werden, und zwar um das Foto der bis 1994 unterm Aquädukt hindurchführenden Eisenbahnstrecke, das Nebenkärtchen von dem Ende des Leinakanals und die schematische Darstellung der Gefälleverhältnisse.
  4. Die farbige Darstellung des Reliefs ist verfeinert worden, da jetzt alle 10 m eine geringfügige änderung der Farben eintritt. Außerdem mildert die Schummerung und die Darstellung des Waldes mit einem hellgrauen Strukturraster die Höhenstufen. Zur Erinnerung: In der ersten Auflage springen die Farben aller 20 m und das in groben Farbstufen.
  5. Ein wesentlicher und vor allem benutzerfreundlicher Unterschied ist die Bereicherung des Karteninhalts durch die grundrissgetreue Wiedergabe der Siedlungen und die Differenzierung der Verkehrswege. Von Manfred Müller im Ingenieurbüro für Kartographie stammt die rote, punktierte Signatur für "Pfadspur, zeitweise unbegehbar". Sie bietet die Möglichkeit, über etwas zu informieren, ohne die ganzjährige Benutzbarkeit gewähren zu müssen.
  6. Durch die jetzt aufgenommene Zeichenerklärung wird das System der Gewässer deutlich: Der künstliche Wasserlauf - hervorgehoben durch einen weißen bzw. hellblauen Saum - ist durch sogenannte Abschlaggräben mit den natürlichen Wasserläufen verbunden. (Die Mühlgräben gehören auch dazu, wenngleich auch keine Mühle mehr in Betrieb ist.) Das Leinkanalsystem läßt sich so zusammenfassen: Kleiner Leinakanal + Floßgraben = Leinakanal.
  7. Ein Unterschied besteht zwischen den Titelblättern. Das ältere ist nur schwarzweiß gehalten und grafisch gestaltet, das jüngere kommt als Farbfoto daher. Manfred Müller: "Nach einem bunten Bild greifen die Leute eher, das ist werbewirksamer!" - Das Foto stammt übrigens von ihm, es ist ein Motiv am Boxberg.
  8. Außer dem Titelblatt stammt auch die gesamte Gestaltung der Faltkarte vom Ingenieurbüro. Das Thema "Wasser" klingt mit den hellblauen Flächen der Kartenrückseite und den dunkelblauen Kanten indirekt an. Die 2002 von Rennau entworfene Karte ist mit den weißen Flächen im wahrsten Sinne des Wortes etwas blass dagegen.
  9. Das farbige Landkreiswappen ist attraktiver als das einfarbige, bei dem die senkrechte Schraffur für den Nicht-Heraldiker als die Farbe "Rot" erklärt werden muss.
  10. Zum Schluss noch ein Wort zur Faltung der Karte. Die kleinere weist nur 2 Falzungen auf, sodass der Benutzer den Papierstreifen automatisch derart knickt, dass der Titel außen sichtbar ist, weil er breiter als das mittlere Feld ist. Die größere hat dagegen vier gleich breite Abschnitte, sodass man verschieden - z.B. als Wickel - falzen kann. Dann geriete das Titelblatt nach innen, was nicht beabsichtigt ist. Wenn man das obere und das untere Feld nach innen umgeschlagen hat, dann kommt beim letzten Falten das Titelblatt nach außen und ist lesbar.