Der Bauingenieur Hugo Mairich - Aus seinem Leben und Schaffen

Hugo Mairich (1863-1902); Quelle: Archiv Thüringer Fernwasserversorgung in Tambach-Dietharz
  • Am 12. Juli 1863 wurde Hugo Mairich in Weißenfels geboren.
  • Nach Abschluss einer Ausbildung als Maurer erfolgte der Besuch des Polytechnikums. Danach absolvierte er ein Studium zum Tiefbau-Ingenieur.
  • Seit 1882 war er bei der Stadtverwaltung Gotha als Bauaufseher im Büro für Kanalisation und Straßenpflasterung beschäftigt.
  • 1889 wurde er zum Vorsteher dieses Büros berufen. Unter seiner Leitung erfolgten umfangreiche Kanalisations- und Straßenpflasterarbeiten in der Stadt Gotha.
  • Anfang 1890 begann er mit den Projektierungsarbeiten zur Umgestaltung des Schlossberges und mit dem Bau der Wasserkunst und der Pumpstation. Er war Mitglied des Verschönerungsvereins und projektierte kostenlos den Goldfischteich auf dem Galberg.
  • 1890 erfolgte die Berufung zum Direktor des Wasserwerkes ("Städtische Betriebsverwaltung für Wasserleitung und Kanalisation"). Das städtische Wasserwerk wurde 1873 gegründet und ging aus der "Aktiengesellschaft für die Wasserversorgung der Stadt Gotha" hervor, welche Quellwasser vom Mittelwassergrund in einen Hochbehälter am Hirzberg und in einer geschlossenen Leitung nach Gotha führen ließ.
  • 1894 verlieh ihm Herzog Ernst II. das Verdienstkreuz II. Klasse. Mairich war als Wasserleitungs- und Kanalisationstechniker über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt, arbeitete an einer Vielzahl von preisgekrönten Wasserbauanlagen mit und erstellte Gutachten für wassertechnische Projekte. Er wirkte u.a. bei den Wasserversorgungseinrichtungen in Neustadt (Oberschlesien), Fulda, Ohrdruf und Waltershausen.
  • 1895 fand die feierliche Einweihung der Wasserkunst nach dem vorherigen Abbruch der Bergmühle aus dem Jahre 1387 am Schlossberg statt. Im Keller des Lucas-Cranach-Hauses am oberen Hauptmarkt wurde eine Pump- und Turbinenanlage der Gothaer Firma Brigleb & Hansen zum Betreiben des Springbrunnens sowie zur Stromerzeugung installiert.
  • 1897 veröffentlichte Mairich eine Denkschrift zur besseren Trinkwasserversorgung der Stadt Gotha durch den Bau eines Stauweihers. Bei der obersten preußischen Landeskulturbehörde galt er als ein hochangesehener Fachmann für den Bau von wassertechnischen Anlagen. Das herzogliche Staatsministerium genehmigte seinen Entwurf.
  • 1897 erhielt der Stadtrat von Gotha seinen Talsperrenplan und bewilligte 1899 die finanziellen Mittel für den Bau des "Stauweihers". Mairich erarbeitete ein Projekt mit allen notwendigen statischen Berechnungen für den Bau einer Talsperre im Thüringer Wald.
  • 1902 - Hugo Mairich erlebte die Vollendung seines Bauwerks nicht mehr. Er verunglückte am 21. Juli 1902 tödlich bei einem Verkehrsunfall auf der Landstraße zwischen Waltershausen und Laucha. Er wurde am 24. Juli in Gotha beigesetzt.
  • 1902-1905 Bau der ersten Trinkwassertalsperre im Thüringer Wald durch die Firma Windschild & Langelott aus Cossebaude. Am 7. Juli 1906 fand die feierliche Einweihung der von Hugo Mairich projektierten Gothaer Talsperre im Apfelstädtgrund bei Tambach-Dietharz statt.